Fulltimer

IMG_5101> Für ein Burn – Out habe ich momentan einfach keine Zeit! <
Fulltimer. Mit einem Fulltimejob. Rund um die Uhr beschäftigt. Als ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal an die Uni kam, und die Stundenpläne für das kommende Semester vorgestellt wurden, wurde direkt mit dem Nachbarn verglichen, wer wieviel Freizeit hatte. Wer hat die wenigsten Vorlesungen? Wer hat am meisten frei? Haben manche sogar ganze Tage ohne, dass sie zu einer Vorlesung erscheinen müssen? Je weniger Vorlesungen man hatte, desto besser war es. Möglichst viel Freizeit. Die Vorstellung des „nichts tun“..
Da hat sich inzwischen viel geändert.. Es scheint mittlerweile modern zu sein, wenn die freien Spots im Terminkalender zu Mangelware werden. Möglichst viel auf seiner Agenda haben. Rund um die Uhr beschäftigt sein. Fulltimer.
Wann sind die spontanen Treffen in einem Café einer vorangenangenen Terminanfrage gewichen? Es kommt mir mittlweile immer mehr so vor, als hätten die meisten ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich einfach mal einen ganzen Nachmittag „faul“ auf das Sofa legen sollen. „Morgen werde ich einfach mal nur entspannen und den Tag genießen!“ – so hört man es immer und immer wieder. Und was passiert wenn es dann soweit ist? Vielleicht liegt der ein oder andere eine Stunde auf dem Sofa. Blättert in einer Zeitschrift oder liest ein Buch, was schon viel zu lange darauf wartet. Lass es zwei Stunden werden, oder auch drei. Die wenigsten werden dann immernoch tiefenentspannt ihren Tag genießen. Dieses und Jenes muss noch erledigt werden.. Das könnte ich noch in Angriff nehmen..
Als ich gestern Vormittag in der Teeküche auf der Arbeit die Tasse mit der Aufschrift „Für ein Burn – Out habe ich momentan einfach keine Zeit! “ entdeckt habe, musste ich direkt ein wenig schmunzeln. Zuerst mag es eventuell ein wenig lustig klingen, und die meisten werden wohlmöglich ein kleines Lächeln auf dem Gesicht haben. Aber dann? Denken wir uns etwas dabei? Wollen wir uns davon freisprechen? Natürlich haben wir alle viel zu erledigen, aber ICH bin doch nicht jemand der keine freie Minute mehr in seinem Kalender hat. Ich nicht. Würde wahrscheinlich jeder zweite von sich behaupten..
Aber sind wir doch heute meist ununterbrochen und an so gut wie jedem Ort für alle erreichbar. Wir wählen uns mit dem Firmennotebook schnell am Bahnhof ein, wenn noch genug Zeit ist diverse Mails zu beantworten oder sich auf einen bevorstehenden Termin vorzubereiten. Das Handy, welches das Unternehmen uns zur Verfügung stellt, darf inzwischen auch für private Zwecke genutzt werden. Wer öffnet dann nicht die Mail, die am Samstagabend auf dem Display erscheint? Nur einmal gucken, um was es geht. Beantworten werde ich sie Montag im Office. Und schon kreisen die Gedanken um Themen, die am Wochenende eigentlich weit weg sein sollten. So schnell kann es gehen. Durchgehend erreichbar. Zu jeder Zeit. Fulltimer.

Ich wollte euch in diesem Post an die Zeit erinnern, in der wir uns über jede Freistunde gefreut haben wie kleine Kinder und in der es noch total cool war, wenn man die nächsten drei Tage nichts geplant hatte. Wir waren spontan und alles geschah aus dem Bauch heraus. Natürlich verändert sich auch dieser Lebensstil mit dem älter werden, aber ganz außer Acht sollte man ihn nicht lassen. Nehmt euch hin und wieder auch mal einen Moment für euch 🙂

Macht’s gut, ich grüße euch mit den Gedanken schon beim Wochenende, welches ganz im Sinne der Freizeit genossen wird! 🙂

– L.

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