Schere, Farbe – Tapetenwechsel

FullSizeRenderVeränderungen. Sie treffen uns beinah täglich und in verschiedenster Form. Manche Veränderungen können wir vorhersehen. Uns darauf einstellen und versuchen, uns schon im Vorfeld damit anzufreunden. Andere dagegen erscheinen vollkommen überraschend und wie aus dem Nichts. Sie erschüttern uns und lassen unsere Welt für den Bruchteil einer Sekunde stillstehen. Oder vielleicht auch eine Minute. Ein paar Tage. Je nachdem.  Als ich gestern ein bisschen durch das Fernsehprogramm geschaltet habe, um einfach irgendetwas zu schauen und es mir auf dem Sofa bequem zu machen, hielt ich bei Germany’s Next Topmodel inne. Denn in der gestrigen Episode standen dort Veränderungen auf dem Programm. Es ging – wie in jeder bisherigen Staffel – zum Frisör. Wie erwartet, kam es zu mehr Dramen als man es sich vor dem Bildschirm ausmalen würde. Aber warum fürchten wir uns so sehr davor, „nur“ unsere Haare abzuschneiden oder eine andere Farbe auf dem Kopf zu tragen? Verändert es uns selbst? Werden wir dadurch ein anderer Mensch? Nein. Wir bleiben diejenigen die wir bisher waren. Aber was ist es dann? Was verändert sich? Unser Empfinden. Den Anblick, den wir für uns vorhergesehen haben. Das Bild mit dem wir uns als Person identifizieren. In manchen Fällen vielleicht auch das Bild, hinter dem man sich ein wenig verstecken kann. Nicht zu sehr auffallen. Nicht aus der Reihe tanzen. Einerseits möchte man sie selben langen Haare tragen, wie es die Mehrheit aktuell tut, aber andererseits möchte man sich selbst abheben. Man möchte nicht wie die „Masse“ sein. Komisch. Für mich ein Widerspruch in sich.
Aber es kommt nicht drauf an, ob es der neue Haarschnitt ist oder ein neuer Look. Jegliche Veränderungen bedeuten für uns einen neuen Abschnitt. Ein neues Kapitel. Packen wir unser Hab und Gut in einen Karton und beziehen eine neue Wohnung – neues Kapitel. Kaufen wir plötzlich eine knallrote Jacke, anstatt eine in grau, schwarz oder braun, wie die anderen 10 im Schrank – neues Kapitel. Wie verrückt es auch klingen mag, aber die kleinste Veränderung, das minimale Abweichen vom gewohnten Pfad erklären wir uns mit einer Bedeutung. Warum sollten wir es auch sonst machen? Einfach nur so? Wir suchen wie selbstverständlich nach einer logischen Begründung und versuchen uns das Geschehene zu erklären. Asl wäre es sonst nicht richtig. Als müsste jede Veränderung einen Sinn und vor allem aber einen Grund haben. Warum sonst auf einmal etwas anderes machen als bisher?
Veränderungen können einem aber auch soviel weiterhelfen. Zwar gibt es immer die erste Unsicherheit, den Zweifel, ob es wirklich richtig ist, aber letzendlich können Veränderungen so förderlich sein. Manchmal sind sie ein Anstoß. Ein kleiner Ruck, den wir brauchen um eine andere Sicht auf die Welt zu erhalten.

Vielleicht sollten wir alle uns ab und an mit kleinen Veränderungen auseinandersetzen, um uns nicht zu versteifen. Versteifen auf ein ganz bestimmtes Muster. Einen ganz bestimmen Weg. Veränderungen bedeuten auch Vielfalt. Und Vielfalt ist doch etwas Tolles!

– L.

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3 Gedanken zu “Schere, Farbe – Tapetenwechsel

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