wie die Zeit v e r g e h t..

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Februar. Der zweite Monat im Jahr. Schon wieder sind 6 Wochen an einem vorbeigestrichen, ohne, dass man es quasi bemerkt hat.  Februar. Mittlerweile ist sogar das Faschingshoch mit dem gestrigen Aschermittwoch vorüber und der nächste Punkt auf der Agenda lautet wohlmöglich „Frühling“ oder „Ostern“.  Unfassbar wie es einem von Jahr zu Jahr vorkommt als würde die Zeit immer schneller ins Land gehen. Aber haben wir auch noch Zeit für uns selbst? Ich meine so richtige Zeit. Zeit in der wir uns wirklich vornehmen ein gutes Buch zu lesen, einen ausgedehnten Einkaufsbummel einzulegen, sich stundenlang mit einer guten Freundin in einem Café unterhalten, oder in der wir für ein paar Tage verreisen? Denn ich meine eben nicht jene Zeit, die wir abends haben, wenn wir abgekämpft von den Strapazen eines Tages aufs Sofa fallen und im Kopf nicht die Gedanken der Ruhe und Entspannung vorfinden, sondern Gedanken über den vollen Korb ungebügelter Wäsche oder das Geschirr neben der Spüle.

Wann nehmen wir uns noch Zeit für gute Freundschaften? Je älter man wird, umso mehr lebt man sein eigenes Leben. Schade eigentlich. So war man mit 16 noch total euphorisch wenn es um spontane Sleepovers ging, oder man nichts dagegen einzuwenden hatte, wenn die beste Freundin mitten in der Nacht wegen eines „Notfalls“ anrief und dann bis in die Morgenstunden einen Zuhörer brauchte. Man machte sich keinerlei Gedanken am nächsten Morgen vollkommen übermüdet zu sein oder zumindest stellte man es wie selbstverständlich hinten an. Mittlerweile undenkbar. Eine Mindestanzahl von Stunden muss es sein, damit der kommende Tag nicht schon schlecht beginnt, und wehe demjenigen der meint einen davon abhalten zu dürfen. Wo sind die spontanen nächtlichen Spaziergänge, wenn man nicht in den Schlaf findet, oder die zahlreichen Sommertage, die man mit der ganzen Gruppe im Freibad verbringt? Sie wichen vollen Terminplanern, offenen To – do – Listen, und ständiger Vorbereitung für das anstehende Meeting. Vielleicht wurden sie auch ersetzt durch das Lachen von Kindern oder einem warmen Mittagessen, auf das sehnsüchtig gewartet wird. Alte Freundschaften lebten sich unumgänglich auseinander, und neue Freundschaften muss man erst einmal finden. Nur wann? Für ein schönes Treffen zum Quatschen müssen erstmal eine Stunde oder zwei irgendwo freigeschaufelt werden, an ein open end ist gar nicht erst zu denken.

Jeder horcht bei solchen Themen in sich hinein, und sagt sich >nein, so bin ich nicht<, aber in der Realität ist es leider so, dass sich nur die wenigsten von Hektik, Stress und wenig Zeit freisprechen können. In den letzten Jahren habe auch ich viel davon bemerkt. Einmal woanders abbiegen, als die Freunde es tun, und es kommt zu einer Distanzierung. So haben nach dem Abi alle noch lauthals erzählt,WIR bleiben auf jeden Fall in Kontakt, und WIR sagen es auch nicht nur einfach so. Natürlich. Gemeint haben wir es so. Geschafft haben wir es die ersten Wochen, vielleicht die ersten Monate. Und dann war jeder von uns gefesselt von der neuen Welt in die er eintauchte und von all den Eindrücken, die man erstmal wirken lassen musste. Dann kamen neue Freundschaften. Freunde? Bekannte? Das würde sich mit der Zeit zeigen. Aber alles in allem habe ich deutlich gemerkt, wie sich mit der Zeit alles verändert, und wie schnell wieder ein Jahr vorbeigegangen ist indem man zahlreiche neue Kontakte geknüpft hat, und neue Wege bestritten hat. In Freundschaften teilt man gleiche Lebenssituationen, ändern sich diese, ändern sich auch oft die Freunde..

Meine Praktiumszeit, die ich momentan abhalte ist nun auch schon zur Hälte „geschafft“. Jeden Morgen zur selben Zeit am selben Ort erscheinen, das nennt sich Alltag. Ich darf hier viele Dinge erlernen, von denen ich bis dato entweder nichts gewusst habe oder denen ich bisher keinerlei Bedeutung für entsprechende Themengebiete zugesprochen hätte.
Wie die zeit vergeht. Wer weiß, vielleicht sitzt mir morgen eine neue Kollegin gegenüber und wir werden Freunde. Wenn ich dann wieder zur Uni muss wird der Kontakt sich möglicherweise halten, vielleicht aber auch nicht.

Im Sommer komme ich wieder an diesen Schreibtisch. Aber bis dahin ist ja noch zeit..

Vielleicht war dieser Eintrag für manche ein kleiner Anstoß. Ein Anstoß, um eventuell zum Telefon zu greifen und die alte Freundin anzurufen, die man innerlich sehr vermisst und sie einfach auf einen Kaffee einzuladen oder eine heiße Schokolade. Nur um sich mal wieder zu sehen. Weil es gut tut.
Kopf hoch, bis dahin.

– L.

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